So tastet die NSA das Telekom-Netz ab getty images
  • 15. September 2014
  • Stefan Mayr
Treasure Map

So tastet die NSA das Telekom-Netz ab

Der amerikanische Geheimdienst NSA hat offenbar Zugriff auf die Netzwerke deutscher Telefonie-Provider. Unter anderem betroffen: die Deutsche Telekom.

Das berichtet Der Spiegel unter Berufung auf Unterlagen des Whistleblowers Edward Snowden. Im Detail beschreibt das Papier, wie NSA und deren britisches Pendant GCQH im Geheimen auf die Provider-Netze der Telekom, Netcologne, Stellar, Cetel und IABG zugreifen. Der Name des Programms: Treasure Map, dessen Ziel offenbar darin besteht, das gesamte Internet zu kartografieren. Neben Netzwerken und Routern zeige das Programm auch Endgeräte – also Rechner, Smartphones, Tablets, etc. – an. Damit lasse jedes mit dem Internet verbundene Gerät immer und überall sichtbar machen. Die Geheimdienste können so nicht nur spionieren, sondern auch Cyberangriffe planen und ausführen.


Der IT-Chef bei Stellar Ali Fares äußerte sich bereits und räumte ein, die Unterlagen enthielten Geschäftsgeheimnisse und sensible Informationen. Die deutschen Provider Telekom und Netcologne stellen ebenfalls bereits Nachforschungen an, konnten bislang aber nichts Verdächtiges finden. Fest steht aber: Sollten die betroffenen Unternehmen Indizien für die Echtheit der Unterlagen finden, handelt es sich nach deutschem Recht eindeutig um eine illegale Abhöraktion. „Der Zugriff ausländischer Geheimdienste auf unser Netzwerk wäre völlig inakzeptabel“, so Telekom-Sicherheitschef Thomas Tscherisch.

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