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Die Apple Watch im Test

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Apple steigt in den Smart-Watch-Sektor ein und will die Android-basierte Konkurrenz das Fürchten lehren. Wir haben uns die Apple Watch ans Handgelenk gelegt und verraten, was die smarte Uhr taugt. Test.

Wir haben die 42-mm-Version (ebenfalls verfügbar: 38 mm) getestet und schon beim Anlegen bemerkt: Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Je nach Modell kommt Aluminium, Edelstahl oder 18-Karat-Roségold zum Einsatz. Und damit es optisch nicht zu eintönig wird, bietet Apple selbst 26 Armbänder an – mit Preisen zwischen 60 und 500 Euro. Drittanbieter-Bänder sollen folgen. Das Auswechseln klappt einfach: Das Armband rastet einfach mittels Magnet-Druckknopf-Verschluss in die beiden Seitenlaschen des Korpus ein - genauso einfach lässt es sich auch wieder entfernen. Die Größe des Korpus geht in Ordnung. Auch wenn die Uhr selbst in der großen Version nicht klobig wirkt: Mit elf Millimetern Dicke ist sie trotzdem nicht besonders schlank geraten. Der integrierte optische Pulssensor und der Akku brauchen eben Platz. Letzterer hält bei normaler Nutzung übrigens einen vollen Tag durch, bevor er abends an die induktive Ladestation andockt.

 

Display und Handling

Und das muss er auch, denn gerade am Anfang ist man dazu verleitet, permanent auf der Watch herumzudrücken. Das liegt einerseits am scharfen OLED-Display mit seiner Auflösung von 312 x 390, was einer Pixeldichte von 334 ppi entspricht und absolut top aussieht. Zum Vergleich: Das 38-mm-Modell bringt es auf 272 x 340 Pixel mit 331 ppi. Zum anderen aber auch am Betriebssystem Watch OS. Anders als iOS braucht das System etwas Eingewöhnung, bis man die Uhr wirklich intuitiv bedient. Nicht umsonst bietet Apple Einführungen im Store an. Generell wird die Apple-Watch per Touch-Eingaben betrieben, für bestimmte Aktionen muss der Nutzer aber an die sogenannte Digital Crown – ein Rädchen an der Seite der Watch. Etwa, um durch die App-Liste oder bestimmte Menüs zu scrollen. Das Problem: Es ist nicht immer direkt ersichtlich, wann man welche Eingabemethode nutzen soll, was die Eingewöhnung etwas verzögert Was uns gefällt: Das Display ist groß genug, um die App-Icons zuverlässig zu treffen und wenn man doch mal daneben langt: Mit der Crown lässt es sich auch gut zoomen.


Neben Touch und Crown ist auch Siri als Eingabemethode im Boot, mit deren Hilfe sich zum Beispiel der Wecker stellen lässt oder die für den Nutzer den Wetterbericht abfragt. In der jüngsten OS-Version funktioniert Apples Sprachassistentin zügig und zuverlässig. Genau wie Force Touch, was bedeutet,  dass der Touchscreen auf unterschiedlich starkes Drücken unterschiedlich reagiert. Ein Anwendungsbeispiel: Wer das Ziffernblatt wechseln will, muss stärker auf den Screen drücken. Außerdem können sich Apple-Watch-Nutzer unterschiedlich starke Klopfzeichen schicken. Nutzer A tippt also auf den Screen und Nutzer B spürt dies am Handgelenk. So lassen sich zum Beispiel geheime Morsecodes verschicken, ohne dass es Außenstehende merken. Wer will, kann sogar seinen Herzschlag an den Partner oder die Partnerin auf die Uhr schicken. Süß.

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Einrichtung und Performance

Apple-typisch geht das Einrichten spielend leicht von der Hand. Sobald Watch und iPhone gekoppelt sind, schafft sich die Watch die Apps drauf, die sich auch auf dem iPhone befinden und schon geht’s los. Allerdings führt die Watch nicht nur iPhone-Apps aus, sondern bringt ab Werk eine Reihe an Fitness-Features mit. Die Aktivitäten-Anwendungen zählt Schritte, misst die zurückgelegte Entfernung, verbrauchte Kalorien und dergleichen.


Klasse ist die Möglichkeit, ein Tagesziel zu definieren, wie viel Kalorien man verbrauchen möchte. Das Konzept weitet Apple auf die restlichen Fitness-Apps aus: Der Nutzer wählt einfach die passende Trainingsart aus und gibt sein persönliches Ziel ein, das entweder als Zeit, Strecke oder Kalorien definiert wird. Den Fortschritt stellt die Uhr in Ringen dar. Je mehr Kalorien man verbraucht oder je mehr Schritte man geht, desto weiter schließt sich der Kreis. Dazu gibt’s Features wie eine Erinnerungsfunktion, die dem Nutzer nach längerer Zeit des Sitzens sagt, dass er aufstehen soll. Anschließend misst das Gerät, wie oft man aufgestanden ist und wie lange man stand. Auch cool: eine konstante Pulsmessung.


Die Fitness-Features funktionieren autark, also ohne ein gekoppeltes iPhone. Theoretisch fällt auch Apple Pay in diese Kategorie, das Feature ist in Deutschland aber noch nicht verfügbar. Zudem sind zwei Gigabyte Flashspeicher frei, die der Nutzer mit Musik belegen kann. Etwa, um das iPhone beim Sport daheim lassen zu können. Geht’s  jedoch ans Eingemachte, braucht die Apple Watch das iPhone. Im Prinzip immer dann, wenn eine Internetverbindung oder ein GPS-Signal her muss. Zum Beispiel, um Siri zu verwenden, iMessages oder Digital Touch-Nachrichten zu versenden.

 

Preis und Einschätzung

In der günstigsten Version schlägt die Apple Watch bereits mit stolzen 399 Euro zu Buche. Das geht bei Android-Modellen deutlich günstiger. Allerdings ist die Watch auch ein Prestige-Objekt, um dessen Anschaffung iPhone-Besitzer, die gerne eine Smartwatch ihr Eigen nennen wollen, Betriebssystem-bedingt ohnehin nicht herumkommen. Die innovative Krone gefällt nach einiger Eingewöhnungszeit richtig gut und auch das Display sowie die Apps machen eine hervorragende Figur. Von einer einigermaßen autarken Nutzung ist die Apple Watch aber weit entfernt.

Dieser Beitrag stammt von und dem planetoftech-Team